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Der KSC 2000 bringt Stimmung ins Dorfleben

15.07.2016

Langeweile? Dann nichts wie ab nach Neu Fahrland! Seit 16 Jahren wirbelt dort der Kultur- und Sportclub KSC 2000. Im Bürgertreff am Kirchberg bietet er für jeden etwas – egal wie alt, egal wie beweglich oder wie gut bei Stimme: Es wird getanzt und geturnt, es treffen sich Pilates-, Singe- und Handarbeitsgruppen. Dazu gibt’s Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte.


Neu Fahrland. Der KSC hat viele Anhänger in Neu Fahrland. Von den rund 1500 Einwohnern des 2003 nach Potsdam eingemeindeten Ortsteils sind derzeit rund 170 Mitglied im Verein. Die Neu Fahrländer profitieren sehr von dessen Engagement. Allein: ist hier vom KSC die Rede, geht es nicht um zweitklassigen Fußball im fernen badischen Rheintal. Im Kultur- und Sportclub Neu Fahrland, kurz KSC, haben sich Bürger zusammengefunden, die seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich ein reiches Freizeit- und Bildungsangebot für die Nachbarschaft anbieten.

Lange kämpfte der Club für einen festen Treffpunkt

"Neu Fahrland hat keinen zentralen Ortskern", weiß Hannelore Drygalla. Die Bundesstraße 2 teilt die Siedlungen, in denen viele Pendler leben, in zwei Teile. Der KSC, zu deren frühesten Mitstreiterinnen die 72-jährige Wirtschaftsberaterin zählt, hat sich zum Ziel gesetzt, trotzdem ein buntes Gemeinschaftsleben zu ermöglichen. Lange kämpften die Aktiven für einen festen Treffpunkt, einen Raum für die verschiedenen Angebote des Vereins. Mit viel persönlichem Einsatz und tatkräftiger Unterstützung von Neu Fahrlands Ortsvorsteherin Carmen Klockow gibt es diesen nun seit knapp vier Jahren. Der KSC ist heute Träger des Bürgertreffs im Ortsteil. Das bei seiner Eröffnung kleinste Bürgerhaus Potsdams, das zehnte seiner Art in der Landeshauptstadt, hatte zuvor eine ganze Weile leergestanden. Der Verein legte ein Nutzungskonzept für die Räumlichkeiten am Kirchberg vor, und erhielt den Zuschlag. Nun wird hier getanzt und geturnt, es treffen sich Pilates-, Singe- und Handarbeitsgruppen. Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte finden statt. An nahezu jedem Tag im Monat werden die Räumlichkeiten im Bürgertreff genutzt.

"In gewisser Weise sind wir inzwischen allerdings fast schon Opfer des eigenen Erfolgs", ergänzt Remó Kirsch, der im April den Vereinsvorsitz von Hannelore Drygalla übernommen hat. Denn "die Räumlichkeiten" bestehen eigentlich nur aus einem großen Raum. Einzig der Ortsbeirat, der ebenfalls im Bürgertreff tagt, nutzt ein kleines Nebenzimmer. "Auch Stauraum ist sehr begrenzt vorhanden", so Remó Kirsch, und zeigt in eine dunkle Abstellkammer. Stühle, Sportgeräte, Technik und Akten brauchen ihren Platz. Darum bemüht sich der Verein derzeit um die Erlaubnis, einen Industrie-Container neben den Bürgertreff stellen zu dürfen, für dessen Finanzierung wird noch ein Investor gesucht.

Von solch einem Zuspruch konnten die neun Aktiven, die den KSC im Jahr 2000 aus der Taufe hoben, nur träumen. Sie wollten etwas bewegen in Neu Fahrland. Zunächst ohne Vereinshaus machten sie sich ans Werk. Unter Führung des langjährigen Vorsitzenden Christian Mersiowsky, von dessen Tatkraft und Motivationstalent die Mitglieder noch heute schwärmen, wurden zunächst verschiedene Sportarten angeboten. Dann kam der Chor hinzu, und mit ihm Hannelore Drygalla. Bald arbeitete sie im Vorstand mit, wurde Mersiowskys rechte Hand. Eine Kreistanzgruppe folgte, andere trafen sich zum Bauchtanz, zum Nordic Walking oder zum Wandern und Fotografieren. Der Kindergarten hatte dem KSC zwischenzeitlich Asyl gewährt. Als Christian Mersiowsky 2008 den Vorsitz abgab, übernahm Drygalla das Amt. Immer mehr Familien zogen nach Neu Fahrland, der Kindergarten brauchte seinen Raum selbst. Ein Teil der Gruppen zog um in die Alte Landkantine, die Unternehmer und Vereinsmitglied Remó Kirsch betrieb. Möglichkeiten zum Sport waren hier aber nicht gegeben. Also entschied sich der KSC, unterstützt von Ortsvorsteherin Klockow, sich um die Trägerschaft des Nachbarschafts- und Begegnungshauses zu bemühen.

"Wir standen einige Male schon kurz vor dem Aus", so Drygalla, "aber unser Motto lautet: einfach weitermachen!" Das allerdings "geht auf die Knochen der Leute", wie Vereinsvorsitzender Kirsch ergänzt, die ehrenamtlich Aktiven würden auch nicht jünger. "Mit 50 bin ich schon fast das Nesthäkchen", scherzt er, nun müssten mal ein paar junge Leute ran. "Bei uns ist jede Idee willkommen", versichert er. Und dass Visionen umsetzbar sind, beweist der KSC seit 16 Jahren.

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 15.07.2016

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