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Ehrung für Lutz Boede sorgt für Kritik

16.01.2019

Die Entscheidung von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), dass sich mit Lutz Boede jetzt die Galionsfigur der linksalternativen Wählergruppe Die Andere ins Goldene Buch der Stadt eintragen kann, sorgt für Kritik. Wolfhard Kirsch, Chef der Fraktion Bürgerbündnis/FDP, sagte den PNN am Dienstag: „Ich finde es schon ein starkes Stück, dass Leute, die aufgrund ihres unflätigen Verhaltens auch schon von der Polizei aus der Stadtverordnetenversammlung entfernt werden mussten, nun kurz vor der Kommunalwahl so ausgezeichnet werden." Kirsch spielte damit auf einen Saalverweis für Boede aus dem Jahr 2010 an, nachdem dieser mehrfach von der hintersten Bankreihe in den Saal gerufen hatte (PNN berichteten). Bedenken kommen auch aus der CDU/ANW. Deren Fraktionschef Matthias Finken sagte, aus seiner Sicht wäre der neue Oberbürgermeister gut beraten gewesen, „alles zu unterlassen, was im Jahr der Kommunalwahl als Wahlbeeinflussung ausgelegt werden kann." Auch im sozialen Netzwerk Facebook wurde die Auszeichnung für Boede durchaus kontrovers debattiert im zurückliegenden Oberbürgermeisterwahlkampf hatte seine Wählergruppe etwa mit einem Aufkleber mit dem Slogan „Mitteschön halt's Maul" für Verärgerung bei bei Anhängern der Wiedergewinnung der historischen Potsdamer Mitte gesorgt. Zugleich gilt Boede aber auch seit Jahren sehr engagiert in Flüchtlingsfragen, als Vermittler zwischen Stadtverwaltung und linker Szene sowie als stetiger Aktivist gegen rechtsextreme Umtriebe in Potsdam. Neben Boede sollen die langjährige Stadtverordnete Saskia Hüneke, die Leiterin des Autonomen Frauenzentrums, Heiderose Gerber und der frühere Sprecher des Kirchenkreises Potsdam, Christian Rüss, im Goldenen Buch unterschreiben. Die Zeremonie soll während des Neujahrsempfangs der Stadt am 25. Januar im Nikolaisaal stattfinden. Die Auswahl hat Potsdams neu gewählter Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) getroffen. In das Buch dürfen sich Ehrengäste sowie Menschen eintragen, die sichum die Stadt Potsdam verdient gemacht haben. 2004 war auf Antrag der damaligen PDS, heute Linke, beschlossen worden, dass der Rathauschef seine Vorschläge im Hauptausschuss zur Diskussion vorlegen soll. Das sei auch im Fall Boede im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung passiert, sagte ein Rathaussprecherauf PNN-Anfrage: „Dort hätte diskutiert werden können." HK

 

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 16.01.2019