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Hotel über der ehemaligen Wagenhalle wird abgerüstet

19.12.2017

Bauausschuss gefiel der überarbeitete Entwurf schon deutlich besser, doch durch Beharrlichkeit konnten die Grünen eine Mehrheit


Zentrum. Mit Hartnäckigkeit ist es den Grünen im Bauausschuss namentlich der Abgeordneten Saskia Hüneke gelungen, das noch zu, bauende Hotel hinter der historischen Wagenhalle am Hauptbahnhof, um ein Stockwerk abzurüsten., Wie berichtet, möchte ein Investor ein Hotel hinter das ehemalige, gelb verklinkerte Gebäude setzen, in dem zurzeit noch ein Erotikshop, ein Döner und eine Spielhalle residieren. Das Hotel soll sowohl neben als auch hinter die Halle gebaut werden. Am Siegerentwurf der renommierten Berliner Architekten Tchoban Voss war indes nach einer ersten Vorstellung noch viel kritisiert worden. Die Initiative „ Mitteschön" bekam beim Anblick „Magenschmerzen", auch im Bauausschuss gab es Spott: „Die Optik passt sich der Schönheit des Bahnhofsgebäudes an', ätzte etwa Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis). Einig war man sich allenfalls darin, dass dort ein Hotel hinpasse und gebraucht werde obgleich an der Babelsberger Straße quasi in Spucknähe jüngst eines entstand und gegenüber, am Kopf der nördlichen Speicherstadt, ein weiteres entstehen wird. Zuvor hatten in der Wagenhalle dort bereits verschiedene Gastronomie- Angebote wie „Hooters" oder „Aschenbach" ihr Glück im denkmalgeschützten Bau versucht, waren aber nach wenigen Wochen gescheitert. Die jetzigen Mietverträge laufen aus. Tchoban Voss sollten nach den ersten Reaktionen den Jury-Sieger noch konkretisieren und umarbeiten, was sie auch taten. Wie schon zuvor, waren die Architekten indes nicht bereit, neue Ansichten herauszugeben auch wegen der aktuellen Änderungswünsche, die noch nicht eingearbeitet seien. Im Bauausschuss kam aber schon die erste Überarbeitung deutlich besser an: Alles sei besser als ein Abriss des Denkmals, und die Wirtschaftsförderung begrüße das Hotel auch, sagte etwa Lars Eichert (CDU). Saskia Hüneke lobte die Verbesserungen als „interessante Entwicklung", vieles sei jetzt „klarer und machbarer" geworden, ein Geschoss weniger sei ihr aber nicht genug, das Hotel sei noch immer auf Höhe des angrenzenden Bahnhofsgebäudes einerseits und des Semmelhaack- Pflegeheims andererseits „das ist mir noch zu viel'. Sprachs und stellte den Antrag, im zu beschließenden Bebauungsplan eine noch niedrigere Geschosszahl durchzusetzen. Das schien zunächst wenig erfolgversprechend zu sein: Babette Reimers (SPD) fand die „ Geschossigkeit jetzt okay", Ralf Jäkel (Linke) nannte „alles gelungen", man solle „nicht weiter abstocken", es lebe von seinen Proportionen, beim Abstocken „stimmen die Verhältnisse nicht mehr". Auch Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) wollte es mit in den Abstimmungsprozess nehmen, aber nicht im Bebauungsplan festschreiben. Saskia Hüneke indes blieb hartnäckig bei ihrem Änderungsantrag, und plötzlich kam Bewegung ins Gremium. Wolfhard Kirsch stimmte zu und hielt eine Beschränkung auf 15,5 Meter für sinnvoll, Michél Berlin (Linke) hatte Sorge, dass es in der geplanten Höhe die Bahnsteige verdunkeln könne und mit einer Stimme Mehrheit war plötzlich das Abstocken um drei Meter beschlossen. Ursprünglich war ein Siebengeschosser vorgesehen. Der gesamte Bebauungsplan wurde dann sogar einstimmig verabschiedet. Wem das Areal, das in den letzten Jahren mehrfach den Besitzer wechselte, zurzeit gehört, wurde offiziell nicht gesagt unter der Hand wird von der Berliner „Newsstone Immobilien GmbH" gesprochen. Der Beschluss, den die Stadtverordneten noch bestätigen müssen, legt zunächst die Aufstellung eines Bebauungsplanes fest. Das muss nun geschehen, danach wird der Bebauungsplan öffentlich ausliegen, um Änderungswünsche von Bürgern oder Trägern öffentlicher Belange aufzunehmen und erst dann wird er nebst Satzung beschlossen und erhält die Gültigkeit, die für einen Bauantrag nötig ist. Bis das komplette Hotel hinter der filigranen Wagenhalle steht, dürfte also in jedem Fall noch einige Zeit ins Land streichen.

 

 Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 19.12.2017

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