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Kritik an Hochhäusern in Krampnitz

02.10.2019

Klockow fühlt sich an Marzahn erinnert


KRAMPNITZ Die Nachbarn des künftigen Stadtviertels Krampnitz kritisieren die geplante urbane Bebauung des Quartiers. Der Nordraum der Potsdamer Kulturlandschaft sei von Landwirtschaft, Natur und Bäumen geprägt, sagte die Ortsvorsteherin von Neu Fahrland, Carmen Klockow (Bürgerbündnis) am Dienstag. Die angedachte Silhouette erinnere sie hingegen eher an den Berliner Stadtteil Marzahn.„Ich kann mich damit nicht anfreunden." Sie äußerte sich bei einer Sitzung des Forums Krampnitz, das am Abend in den Räumen der Pro Potsdam stattfand. Themen waren die Dichte und die Höhe der geplanten Bebauung in Krampnitz. Nach den jüngsten Plänen sollen im Kernbereich von Krampnitz 4560 Wohnungen entstehen. Die große Masse, nämlich 4430, sollen im Geschosswohnungsbau mit bis zu 14 Stockwerken geschaffen werden. Dazu kommen 130 Reihenhäuser. Im Bergviertel sollen noch einmal 340 Wohneinheiten für 710 Bewohner dazukommen. Insgesamt sollen so 10290 Menschen in Krampnitz ein Zuhause finden deutlich mehr als noch zu Beginn der Planungen 2013. Damals war man von 3800 Einwohnern ausgegangen. Die nun angesetzte höhere Dichte habe viele Vorteile, sagte Städtebauexperte Uli Hellweg, der auch der Jury zur Gestaltung des Viertels vorstand. So mache die größere Bewohnerzahl das Quartier attraktiver für Einzelhandel oder Ärzte. So seien jetzt mehrere Supermärkte, bis zu zwei Discounter, eine Apotheke, mehrere Ärzte und auch ein Ärztezentrum denkbar. So könnten zwei Versorgungszentren im Osten und Westen des Viertels entstehen, so dass die Wege für die Bewohner unter einem Kilometer lang seien. Das sei auch wichtig, um den Autoverkehr zu verringern. Untersuchungen zeigten, dass Strecken bis zu einem Kilometerüberwiegend mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt würden. Eine höhere Geschossflächenzahl wirke sich auch positiv auf die Erschließungskosten aus pro Einwohner müsste weniger etwa für Straßenbau oder Trinkwasserleitungen ausgegeben werden. Auch die Folgekosten seien bei größerer Bewohnerdichte niedriger, etwa für Straßenunterhaltung, Wasser oder Elektrizitätsversorgung. Hellweg verwies auch auf neu entstandenen Quartiere in anderen Städten. Diese hätten größtenteils höhere Dichten, als sie jetzt in Krampnitz geplant sind. Im Französischen Viertel in Tübingen, das seit den 1990er-Jahren ebenfalls auf einer ehemaligen Kaserne entstanden ist, leben 315 Einwohner pro Quadratmeter. Im Quartier Konstanz-Hafner, das derzeit geplant wird, liegt diese Zahl bei 117. In Krampnitz würden laut aktueller Planung 74 Menschen pro Quadratmeter leben. „Krampnitz läge im bundesweiten Vergleich also noch am unteren Ende der Dichteskala", so Hellweg. 

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 02.10.2019

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