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Neu Fahrländer fühlen sich übergangen

29.04.2021

Erster Workshop zur Bebauung der Insel Neu Fahrland Uneinigkeit innerhalb des Rathauses zur Tramtrasse nach Krampnitz


Neu Fahrland. Was wird aus dem großen Baufeld auf der Insel Neu Fahrland in Potsdam? Das Werkstattverfahren zur Lösung des Konflikts zwischen dem Leipziger Investor Quarterback, der Bauverwaltung und den Stadtverordneten hat am Dienstagabend begonnen. Wie berichtet, setzt der neue Eigentümer auf eine sehr umfangreiche Bebauung, vor allem direkt an der Bundesstraße 2.

Den Stadtverordneten ist dagegen selbst das Volumen des alten Entwurfs vom Voreigentümer Robex noch zu groß. Am Dienstag kam es nun zu einem nicht-öffentlichen Vor-Ort Termin auf der großen Brache neben dem Nedlitzer Fährgut. Vor allem die umliegende Bebauung und die Natur am Ufer wurden betrachtet, anschließend wurde in einem Workshop im Treffpunkt Freizeit die baurechtliche Gemengelage erläutert, schilderten Teilnehmer der MAZ.

Neu Fahrlands Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) darf sich zwar nicht zu den internen Details des Verfahrens äußern, doch ihre Haltung ist fest: „Die alten und neuen Entwürfe gehen an den Wünschen der Neu Fahrländer und auch am Landschaftsplan für Potsdam vorbei. Der sieht vor, dass die Lennésche Kulturlandschaft wieder belebt wird", sagte sie am Mittwoch der MAZ. Auf dem Baufeld sind zahlreiche DDR-Baracken mittlerweile abgerissen worden. Genau an dieser Stelle wird im Landschaftsplan gewarnt: Ziel sei die „ naturschutzfachliche Aufwertung brachliegender Flächen im Bereich der Insel Neu Fahrland". „ Fehlentwicklungen drohen dabei durch die Reaktivierung brachgefallener, peripherer Siedlungsstrukturen." Nun sei die Chance da, hier eher ländlich zu bleiben. Klockow hofft auf eine weniger dichte Neubebauung.

Das sieht auch der SPD-Stadtverordnete Pete Heuer so: „Wir stehen ganz am Anfang im Verfahren und ich sehe wenig Bewegung, aber das was auf dem Tisch liegt, muss runterverhandelt werden, das ist zu groß", sagt er. Der Vorsitzende des Bauausschusses, Wieland Niekisch (CDU), sagte: „Wir müssen die Kontroverse zwischen städtischem Raum und ländlicher Prägung aus tragen. Die kleine Insel darf nicht überfordert werden." Das Bebauungsplanverfahren ruht seit zwei Jahren und soll nach zwei weiteren Workshops in den kommenden Wochen wieder aufgenommen werden.

Mehrere Teilnehmer des Vor-Ort-Termins berichten zudem von Unstimmigkeiten innerhalb der Verwaltung. Während offenbar die Stadtplaner die dort entlang führende Tram-Trasse nach Krampnitz und den Abriss des kleinen Chausseehauses schon als gesetzt betrachten, widersprach demnach eine Vertreterin der Denkmalpflegebehörde, dass dies noch nicht entschieden sei.

Die Denkmalpflege will die Straßenbahn auf der Bundesstraße über die Insel führen. Für den Investor Quarterback kann man mutmaßen, dass er die Errichtung der Tram unterstützt und einen Teil seines Grundstücks für die Verschwenkung der Bundesstraße zur Verfügung stellt. Der Grund: Die Firma gehört zum Wohnungskonzern Deutsche Wohnen, der am Ende der Straßenbahntrasse in Krampnitz 1800 Wohnungen bauen will.

Quelle: Märkische Allgemeine vom 29.04.2021

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