TERMINE
NEWS FILTERN

Neuer Kiez am Filmpark: Kritiker haben Höhen-Angst

02.05.2019

Bauausschuss spricht sich trotz Bedenken für Projekt von Friedhelm Schatz aus


Babelsberg. Gegenwind für die Baupläne von Filmpark-Chef Friedhelm Schatz: Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr meldeten einige Stadtverordnete am Dienstagabend Bedenken an gegen das Quartier, das in den nächsten zehn Jahren zwischen Marlene Dietrich -Allee, Großbeeren und August-Bebel-Straße in Babelsberg entstehen soll. Vor allem die Gebäudehöhe an der Großbeerenstraße bereitet den Kritikern dabei Sorge. Einer der Bedenkenführer ist der Bauträger und Babelsberger Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis). „DerZuckerbäckerstil ist ja schön gemacht", räumt Kirsch in der Diskussion über das Vorhaben ein: „Aber brauchen wir so eine Höhe?" Friedhelm Schatz und Architekt Christoph Kohl sehen am Rande des Viertels an der Großbeerenstraße Sechsgeschosser vor mit einer Traufhöhe von bis zu 24 Metern würden die Neubauten ihre Umgebung um einiges überragen. Was für die Bauherren ein unerlässliches Stilmittel für die im Miami-Art-Déco gestalteten Häuser ist und zudem wirtschaftlich schwer wiegt, gefällt vielen nicht. Die Befürchtungen, dass sich die Großbeerenstraße, die weiterhin von Gehwegen und Bäumen gesäumt sein soll und auf der auch Platz für eine Tramtrasse reserviert wird, zu einer Straßenschlucht entwickeln könnte, reichen quer durch die Fraktionsbank mit Ausnahme der SPD. „Für mich hat die Entstehung einer solchen Straße etwas mit Urbanität zu tun und nicht mit einer Angst-Enge", sagt Pete Heuer. „Es ist doch so: Da, wo wir ein geschlossenes Ambiente finden, da, wo es ein bisschen brummt, empfinden wir die Aufenthaltsqualität als hoch. Wir sollten an dieser Stelle architektonischen Mut beweisen!" Babette Reimers stimmte ein: „Es ist wichtig, dass wir diesen Standort rund um Filmpark und Studios auch nach außen präsentieren. So wie es jetzt ist, soll und kann es nicht für alle Zeiten bleiben." Die Kritiker hingegen vergleichen die geplanten Neubauten mit dem Bestand am Anfang der Großbeerenstraße, wo die Fahrbahn eng und die Altbauten hoch sind. „Lärm und Luftverschmutzung es ist dort nicht auszuhalten", sagt Michél Berlin (Linke): „Aber mit dem, was am Filmpark gebaut werden soll, können wir das nicht einfach gleichsetzen." Das bestätigte Architekt Christoph Kohl.,,Der Straßenraum am Filmpark ist mehr als doppelt so breit wie am Eingang der Großbeerenstraße am Lutherplatz bei maximal zwei Geschossen mehr. Das haben wir in unseren Plänen minutiös nachgewiesen." Den Vorschlag, die Gebäudegrenze um fünf Meter zu verschieben und so die Straße zu verbreitern, lehnen Kohl und Friedhelm Schatz kategorisch ab.,, Dann funktioniert das ganze Vorhaben nicht mehr", sagt Schatz. „Dann können wir das Projekt streichen." Die Architektur sei bewusst gewählt: „Das kann man sich an diesem Standort leisten. Wir sind die Filmstadt und das wollen und können wir auch zeigen. Sie müssen einfach ein Stück weit Vertrauen haben, dass es wirklich von Qualität ist, was wir da schaffen dass es gut aussieht und dass es zur Filmstadt Babelsberg passt." Man habe intensiv an den Plänen für die Großbeerenstraße gearbeitet, sagt der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos): „Es ist eng dasisist uns bewusst. Aber es ist vertretbar." Stadtplanungschef Andreas Götzmann teilt diese Einschätzung. Der Ausschuss sprach sich nach langer, aber sachlicher Diskussion einstimmig dafür aus, den Bebauungsplan Nr. 119 „Medienstadt" auslegen zulassen. „Das heißt nicht, dass man damit Baurecht einfordern könnte" , beruhigte Rubelt die Kritiker. Kirsch insistierte: „Ich habe dafür gestimmt. Aber wir müssen uns über Gebäudehöhen noch einmal Gedanken machen und uns fragen, ob man an der Großbeerenstraße nicht ein, zwei Geschosse herunternehmen sollte. Ich möchte, dass Babelsberg lebenswert bleibt." Von Nadine Fabian

 

Quelle:Märkische Allgemeine Zeitung vom 02.05.2019

Die Potsdamer Fraktion Bürgerbündnis stellt sich vor:

Das Bürgerbündnis Potsdam vertritt seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik die Anliegen von Menschen, denen Potsdam am Herzen liegt. Ohne Parteizwang, ohne Lobbyismus - dafür mit Sachverstand und Leidenschaft für die Interessen der Bürger unserer Stadt.