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Potsdam will die Landesgartenschau nicht

03.11.2014

Die Bauverwaltung lehnt die Pläne für eine Laga-Bewerbung für 2019 ab. Kritik kommt aus den Ortsteilen und von der SPD


Aus für die Landesgartenschau-Pläne: Gegen den Willen der nördlichen Ortsteile und der SPD kassiert die Bauverwaltung von Dezernent Matthias Klipp (Grüne) den Vorschlag, dass Potsdam sich als Ausrichter für die Landesgartenschau (Laga) 2019 ins Spiel bringt. Laut einer Beschlussvorlage für die Stadtverordneten geht der Fachbereich nach eigener Schätzung von 15 bis 25 Millionen Euro aus, die Potsdam für Vorbereitung und Austragung zahlen müsste. Die finanziellen Reserven dafür seien wegen Investitionen in zum Beispiel Schulen nicht vorhanden – und mögliche Fördermittel für andere Vorhaben wie die Entwicklung der Potsdamer Mitte gebunden, so das Klipp-Dezernat. Und das, obwohl die Laga-Ausstellung zum Gartenbau mehr Touristen anlocken könnte und einen deutlichen Investitionsschwerpunkt im Norden setzen würde, wie der Fachbereich einräumt. Doch für Klipp überwiegen die Risiken und Nebenwirkungen. Der Absage soll die Stadtverordnetenversammlung an diesem Mittwoch zustimmen.

Schon jetzt gibt es Kritik an der Absage. Die Laga-Idee hatte Anfang des Jahres der Gesellschafter des Obstguts Marquardt, Manfred Kleinert, publik gemacht. Er hätte die Laga gern in der Region rund um Marquardt gesehen, die Vorteile seien unter anderem die Anbindung über Autobahn und Schiene sowie der schon existierende Park um das Schloss Marquardt. „Es ist typisch für die Führung der Stadtverwaltung, solche Chancen nicht zu nutzen“, sagte Kleinert den PNN am Samstag. In einem Workshop im September hätten sich alle Ortsteile dafür entschieden, zumindest eine Interessenbekundung für die Laga zu wagen – was die Bauverwaltung nun ignoriert. Das Dezernat schätzt die positiven Effekte für Marquardts Entwicklung nur als gering ein. Zudem gebe es etwa Restriktionen durch den Denkmalschutz im Schlosspark. [...]

Die Frist für die Interessenbekundung beim Infrastrukturministerium des Landes wäre der 28. November. Hierzu wiederum kommt Kritik aus Neu Fahrland. Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) sagte mit Bezug auf einen Workshop, der erst im September stattfand: 'Potsdam hat es verschlafen, sich rechtzeitig Gedanken über Konzepte zu machen.' Doch gute Planung sei gerade bei einer Laga-Bewerbung wichtig, die neben finanziellen Förderchancen auch erhebliche Risiken in sich berge, solange keine tragfähigen Ideen für die Nachnutzung der Gartenschauflächen entwickelt seien. Alles in allem zeige das Verfahren laut Klockow vor allem eines: 'Ernsthafte Bemühungen, sich für den ländlichen Raum einzusetzen, sehen anders aus.' [...]

 

Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten vom 03.11.2014

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