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Streit um Gedenkkultur am 8. Mai

20.07.2017

Die Stadt soll ihr „Konzept zur Erinnerungskultur" überarbeiten mit dem Ziel, bei jungen Menschen mehr Interesse an der Erinnerungs- und Gedenkkultur zu wecken. Das hat nach dem Kultur nun auch der Bildungsausschuss beschlossen. Insbesondere sollen sich Potsdamer Schulen bei Veranstaltungen aktiv einbringen können, etwa durch den Einsatz neuer Medien, heißt es indem am Dienstagabend gefassten Beschluss der gegen die Stimmen der Linken zustande kam, obwohl diese den Antrag gestellt hatten. Dieses scheinbare Paradox lässt sich so erklären: Die Linken hatten unter ihrem früheren Kreischef Sascha Krämer gefordert, gemeinsam mit den Veranstaltern des Gedenkens an den Tag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus am 8. Mai ein Konzept zu erarbeiten, welches Schulen verstärkt die Möglichkeit bietet, sich an diesem Gedenken zu beteiligen. Diese Idee hatten CDU/ANW und Bürgerbündnis mit Änderungsanträgen auf weitere Gedenken ausdehnen wollen im Bildungsausschuss zum Unmut der Linken-Vertreter, die auf einer Nennung des 8. Mai beharrten. Allerdings wurden sie von CDU, SPD, Grünen und Bürgerbündnis/FDP überstimmt. Die Intention sei es, Schüler für das Potsdamer Gedenkkonzept zu begeistern und eben keine direkten Vorgaben zu machen, sagte der Ausschussvorsitzende Clemens Viehrig (CDU): Zudem sollten Gedenktage nicht gegeneinander aufgewogen werden. Diese Auffassung kritisierte Ex-Linke-Chef Krämer aus seinem neuen Wohnsitz in Südafrika als gefährliche Sicht auf Geschichte und beschämend. Gerade jüngere Generationen, die bald keine Zeitzeugen mehr kennenlernen können, müssten gesondert für die Zeit des Nationalsozialismus sensibilisiert werden. Für die allgemeine Stärkung der Gedenkkultur gebe es schon ein Konzept, monierte Krämer gegenüber den PNN. HK

 

 Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 20.07.2017