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Vorbehalte gegen Eintrag Boedes ins Goldene Buch

18.01.2019

CDU kritisiert Ehrung von Politikern vor der Kommunalwahl,der Oberbürgermeister verteidigt seine Vorschläge


Potsdam. Die geplante Eintragung von vier Potsdamern ins Goldene Buch der Stadt sorgt für unerwartete Kritik. Einerseits richtet sich die Kritik an Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), der die Auswahl getroffen hat, andererseits betrifft sie die von ihm gemachten Vorschläge. Der Oberbürgermeister hatte im nicht -öffentlichen Teil des Hauptausschusses vorgeschlagen, dass sich Lutz Boede, Geschäftsführer der Fraktion Die Andere, die Stadtverordnete Saskia Hüneke (Grüne) sowie die Leiterin des Autonomen Frauenzentrums Heiderose Gerbert und der frühere Kirchenkreis-Sprecher Christian Rüss ins Goldene Buch eintragen dürfen. Am Donnerstag empörte sich nun der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Finken über die Vorschläge in einer Mitteilung: „Eine Begründung gab es nicht. Bevor überhaupt jemand reagieren konnte, war die Sitzung beendet. Selbst zur Beratung in den Fraktionen blieb keine Zeit, da noch vor den Fraktionssitzungen per Pressemitteilung darüber berichtet wurde. " CDU-Kreischef Götz Friederich stört sich vor allem daran, ‚dass kurz vor einer entscheidenden Wahl, Kommunalpolitiker einzelner Parteien,welche bei dieser Wahl erneut antreten werden, besonders hervorgehoben werden". Birgit Müller, der Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung (Linke), die im Hauptausschuss

anwesend war, widerspricht der Darstellung der CDU allerdings. Sie selbst hatte direkt nach der Mitteilung Schuberts eine Nachfrage gestellt. „Es wurde nicht diskutiert, weil niemand sonst eine Frage gestellt hat" , sagte sie der MAZ. An der Ehrung Lutz Boedes nimmt im Nachhinein besonders der Stadtverordnete Wolfhard Kirsch, der Vorsitzende der Fraktion von Bürgerbündnis/FDP, Anstoß. „Ich finde es unmöglich, dass jemand, der wegen seines unflätigen Verhaltens schon mit Hilfe der Polizei aus der Stadtverordnetenversammlung entfernt worden ist, auf diese Weise geehrt wird ", sagte Kirsch den PNN. Er spielte auf einen Vorfall aus dem Jahr 2010 an. Damals hatte sich Boede nach mehreren Zwischenrufen der Anweisung widersetzt, den Saal zu verlassen. Mike Schubert sagte zu den Vorbehalten gegenüber Boede, dass er im Jubiläumsjahr des Mauerfalls Menschen ehren wolle, „die ausgehend von ihrer unterschiedlichen Wendeerfahrung in den letzten 30 Jahren die Stadtgesellschaft mit ihren unterschiedlichen Facetten mitgestaltet haben". Dazu gehörten „ Bespitzelungen und Gefängnis wegen unangepassten Verhaltens", wie es Boede in der DDR widerfahren sei. Lutz Boede selbst sagte, dass er von Schubert angesprochen wurde und nach Bedenkzeit der Ehrung zugestimmt habe. „Das Goldene Buch ist Teil der städtischen Chronik und ich finde, dass das politische Spektrum, dem ich angehöre, dort nicht fehlen sollte."

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 18.01.2019

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