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Workshop für Künstler-Areal geplant

12.10.2017

Bauausschuss debattiert Verlängerung des Kreativhauses Rechenzentrum


Innenstadt. Wie weiter mit den Räumen für Künstler und Kreative in der Innenstadt? Die Stadtverwaltung möchte einen Szenario-Workshop abhalten, um „einen offenen Diskussionsprozess“ zur künftigen Entwicklung des Areals rund um den Langen Stall, Alte Feuerwache, Rechenzentrum und Garnisonkirche zu schaffen. Das erklärte OB-Büroleiter Harald Kümmel am Dienstagabend im Bauausschuss.

Hauptsächlich ging es im Ausschuss aber um die aktuellste Frage: die Weiternutzung des Kreativhauses Rechenzentrum durch die Künstler. Ihr Mietvertrag läuft bislang nur bis Ende August 2018. Im November wird entschieden, wie es weitergeht. Dann tagt das Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung. Die Stiftung ist Eigentümerin eines Teils des Grundstücks mit dem Rechenzentrum. Die Verlängerung sei von der Zustimmung der Stiftung abhängig, betonte Kümmel. „Eine Einigung gegen die Stiftung ist nicht möglich.“

Zuvor hatte er den Antrag der Verwaltung für die nächste Stadtverordnetensitzung am 8. November vorgestellt, der auf eine Verlängerung des Mietvertrags abzielt. Weil demnächst Baustart für den Garnisonkirchturm ist, müsste der Mehraufwand für die Koexistenz von Turm und Rechenzentrum von der Stadt finanziert werden – bis zu 476 000 Euro, davon 101 000 Euro für den Brandschutz im Rechenzentrum, der Rest entfällt unter anderem auf Statikgutachten, Krangründung und Außenanlagen.

Vor der Auszahlung müsse die Kirchenstiftung einen Plausibilitätsnachweis führen, so Kümmel. Die CDU/ANW machte deutlich, dass sie die Zahlung an die Bedingung knüpfen will, dass die Nutzung auf fünf Jahre beschränkt wird. Für die Linken sind die fünf Jahre lediglich die Minimalforderung, so Ralf Jäkel und Michél Berlin. Auch die Künstler wünschen sich eine Nutzungsverlängerung auf bis zu 25 Jahre.

„Es kann nicht sein, dass man eine temporäre Nutzung in Anspruch nimmt, um daraus eine dauerhafte zu machen“, plädierte hingegen Lars Eichert (CDU/ANW) für die Suche nach einem neuen Standort. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung eines Kreativstandortes im Stadtzentrum.

Für die Grünen ist klar: „Der Lange Stall soll untersucht werden – in einer Bauweise, die erträgliche Mieten für die Ateliers zulässt“, sagte Saskia Hüneke. Bei der Standortsuche will sie sich nicht nur auf die Mitte beschränken.

André Tomczak („Die Andere“) sprach sich gegen die Zahlung von 375 000 Euro an die Kirchenstiftung aus: „Wir sehen hier einen Versuch der verdeckten Subventionierung des Baus.“ Allenfalls die 101 000 Euro für den Brandschutz im Rechenzentrum seien vertretbar. Die Kosten hätten seitens der Stiftung geltend gemacht werden, als sie 2015 der Nutzung des Rechenzentrums zustimmte – dass der Baustart 2017 erfolgen soll, sei zu diesem Zeitpunkt bereits klar gewesen, so Tomczak.

Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis/FDP) warf Tomczak vor, mit seiner Verweigerungshaltung den Weiterbestand des Rechenzentrums zu gefährden. „Der Antrag der ,Anderen’ heißt automatisch, dass das Rechenzentrum zusperren muss.“ Pete Heuer (SPD) sprach sich ebenfalls für die fünfjährige Verlängerung aus. In dieser Zeit soll „verbindlich auf den Weg gebracht werden, dass dann ein alternatives bezugsfertiges Zentrum für Kreative steht“. Heuer favorisiert das Gelände des Langen Stalls und der Alten Feuerwache. Auf Antrag des SPD-Fraktionschefs vertagte der Bauausschuss die Entscheidung über die Übernahme der Mehrkosten. Am 17. Oktober findet eine Sondersitzung statt. Ziel sei ein Beschlusstext, der eine möglichst breite Zustimmung erreichen soll.

 

 Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 12.10.2017

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